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Bestellerprinzip

Der Gesetzentwurf der Grünen ist nach der ersten Lesung in den Rechtsausschuss des Bundestages geleitet worden. Neben dem „Bestellerprinzip ist eine Deckelung der Provision auf 2 % des Kaufpreises inkl. MwSt. vorgesehen. Daran kann man erkennen, dass die Grünen in erster Linie ihre Klientel in den großen Städten versorgen wollen. Bei Kaufpreisen von durchschnittlich € 400.000 und höher kann ein Makler vielleicht noch mit dieser Regelung leben. Bei Kaufpreisen in strukturschwachen Gebieten ist der Makler mit dieser Courtage nicht überlebensfähig. Käufer und Verkäufer werden in Zukunft Berater in Anspruch nehmen müssen, deren Honorar erfolgsunabhängig zu entrichten ist. Anwälte reiben sich jetzt schon die Hände, bei jedem Anruf läuft die Stoppuhr mit. Richtig wäre ein echtes Bestellerprinzip mit einer degressiven Provisionskurve. Der Provisionssatz nimmt mit steigendem Preis ab, der Kaufinteressent bezahlt für jede bestellte Dienstleistung (Exposé, Besichtigung, Objektbeurteilung, Objektbewertung, Objekt-Dokumentation, weiterführende Beratung, Verhandlungsmandat usw.) unabhängig davon, ob er das betreffende Objekt erwirbt.

Das aktuelle Problem besteht doch darin, dass Interessenten Dienstleistungen bestellen und der letzte, nämlich der Käufer, bezahlt den Aufwand für alle die, die nicht gekauft haben. Ein wesentlicher Aspekt wird bei der Diskussion völlig unbeachtet gelassen. Der Makler hat Kosten, um seine Dienstleistungen zu erbringen. Das durchschnittliche Maklerbüro besteht aus ca. fünf Personen: Chef, zweimal Innendienst, zweimal Außendienst. Personalaufwand und Gemeinkosten vorsichtig geschätzt ca. € 360.000 / Jahr (ohne Werbung). Bei ca. 100.000 Unternehmen bundesweit sind von diesem Gesetz die Arbeitsplätze von ca. 500.000 Menschen bedroht. Hinzu kommen die indirekt betroffenen Branchen: Architekten, Werbung, Anwälte etc. Insgesamt sind das mehr Menschen, als die, die durch den sinnvollen Ausstieg aus der Braunkohle-Förderung betroffen sind. Ich kenne ehemalige Mitarbeiterinnen im Innen- und Außendienst, die jetzt um die 50 Jahre alt sind und schlaflose Nächte haben. Für die steht leider keiner auf.

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