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Immobilien

Allerorten liest man, dass die Preise für Wohnimmobilien steigen, so auch in Düsseldorf. Nach Angaben des halbjährlichen Grundstücksmarktberichtes für die Stadt Düsseldorf sind die Preise für Wohneigentum, ja nach Objektart, Alter und Lage um zwischen 5 % bis 10 % im ersten Halbjahr 2018 gestiegen. In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit sind allerdings andere Ergebnisse untergegangen: Teilmarkt Wohnungs-/Teileigentum

Die Anzahl der Kaufverträge des ersten Halbjahres 2018 ist um 13 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 gesunken. Der Umsatz der Verkäufe des ersten Halbjahres 2018 hat um 16 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 abgenommen Quelle: Halbjahresbericht 2018 zum 01.07.2018 des Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Landeshauptstadt Düsseldorf Zwischen diesen beiden Aussagen besteht ja irgendwie ein Bruch, der leider von den Fachleuten nicht erklärt wurde. Wenn der Umsatz stärker rückläufig ist, als die Anzahl der Kauffälle muss der Kaufpreis / Kauffall geringer geworden sein.

Wenn gleichzeitig der Kaufpreis / m² gestiegen ist, muss der Flächenumsatz massiv zurück gegangen sein. Komisch, dass darüber keiner redet….

Inzwischen ist das Baukindergeld beschlossene Sache der Berechtigte Personenkreis erhält für die Dauer von zehn Jahren für jedes Kind € 1.200. Ca. 25.000 Anträge sollen bereits gestellt worden sein, die erste Auszahlung erfolgt im Frühjahr 2019. Die Gedanken, die sich der Gesetzgeber gemacht hat, sind mir mindestens ein Rätsel. Ein Haushalt mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von € 90.000 zzgl. je € 15.000 / Kind ab dem zweiten Kind gehört wohl kaum zu einem förderungsbedürftigen Personenkreis. Richtiger wäre es m. E. gewesen, die Eigenheimzulage für alle mit einer Einkommensbegrenzung auf ca. € 50.000 € / Jahr wieder einzuführen. Dieser Personenkreis hat aufgrund seines Einkommens eigentlich keine Chance, jemals das nötige Eigenkapital anzusparen, um überhaupt nur die Erwerbnebenkosten zu finanzieren. Mit der Eigenheimzulage könnte dieser Personenkreis nach einigen Jahren sparen eine „Einsteigerimmobilie“ erwerben. Die Banken haben aus der Eigenheimzulage gegen Abtretung der entsprechenden Ansprüche früher das Produkt „Eigenkapitalersatzdarlehn“ kreiert, mit dessen Hilfe wir damals vielen jungen Menschen zur ersten Immobilie verholfen haben.

Der Gesetzentwurf der Grünen ist nach der ersten Lesung in den Rechtsausschuss des Bundestages geleitet worden. Neben dem „Bestellerprinzip ist eine Deckelung der Provision auf 2 % des Kaufpreises inkl. MwSt. vorgesehen. Daran kann man erkennen, dass die Grünen in erster Linie ihre Klientel in den großen Städten versorgen wollen. Bei Kaufpreisen von durchschnittlich € 400.000 und höher kann ein Makler vielleicht noch mit dieser Regelung leben. Bei Kaufpreisen in strukturschwachen Gebieten ist der Makler mit dieser Courtage nicht überlebensfähig. Käufer und Verkäufer werden in Zukunft Berater in Anspruch nehmen müssen, deren Honorar erfolgsunabhängig zu entrichten ist. Anwälte reiben sich jetzt schon die Hände, bei jedem Anruf läuft die Stoppuhr mit. Richtig wäre ein echtes Bestellerprinzip mit einer degressiven Provisionskurve. Der Provisionssatz nimmt mit steigendem Preis ab, der Kaufinteressent bezahlt für jede bestellte Dienstleistung (Exposé, Besichtigung, Objektbeurteilung, Objektbewertung, Objekt-Dokumentation, weiterführende Beratung, Verhandlungsmandat usw.) unabhängig davon, ob er das betreffende Objekt erwirbt.

Das aktuelle Problem besteht doch darin, dass Interessenten Dienstleistungen bestellen und der letzte, nämlich der Käufer, bezahlt den Aufwand für alle die, die nicht gekauft haben. Ein wesentlicher Aspekt wird bei der Diskussion völlig unbeachtet gelassen. Der Makler hat Kosten, um seine Dienstleistungen zu erbringen. Das durchschnittliche Maklerbüro besteht aus ca. fünf Personen: Chef, zweimal Innendienst, zweimal Außendienst. Personalaufwand und Gemeinkosten vorsichtig geschätzt ca. € 360.000 / Jahr (ohne Werbung). Bei ca. 100.000 Unternehmen bundesweit sind von diesem Gesetz die Arbeitsplätze von ca. 500.000 Menschen bedroht. Hinzu kommen die indirekt betroffenen Branchen: Architekten, Werbung, Anwälte etc. Insgesamt sind das mehr Menschen, als die, die durch den sinnvollen Ausstieg aus der Braunkohle-Förderung betroffen sind. Ich kenne ehemalige Mitarbeiterinnen im Innen- und Außendienst, die jetzt um die 50 Jahre alt sind und schlaflose Nächte haben. Für die steht leider keiner auf.

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